Die Anfängerin

Am 16. Januar 2018 hatte der Film „Die Anfängerin“ von Alexandra Sell seine Vor-Premiere in Königs Wusterhausen, im Kino „Capitol“. Der Film war toll. Auch die Premiere in KW war eine sehr gelungene Veranstaltung. Die beiden Hauptdarstellerinnen des Films, Ulrike Krumbiegel und Annekathrin Bürger, sowie die Regisseurin Alexandra Sell waren anwesend, ebenso die Inspiratorin des Films, Christine Stüber-Errath. Der Film geht über Ostdeutschland, und er ist besonders für Ostdeutschland (aber auch darüber hinaus). Der Film ist bitter (z.B. in Szenen einer – nicht so selten realen – Ehe) und süß und am Ende mit einer positiven Botschaft für das Leben: Auch wenn man ganz unten ist, nicht aufgeben, kämpfen, versuchen wieder hoch zu kommen, trotz alledem. Diese kämpferische Botschaft ist offenbar dem Lebensmotto von Christine Errath entlehnt, der einstigen/einzigen Berliner Eiskunstlauf-Weltmeisterin.

Die Botschafterin hier im Film ist eine 58-jährige Berliner Ärztin, mitten im Leben stehend, vom realen Leben aber auch arg gebeutelt. Die Ehe gescheitert, der berufliche Alltag oft bedrückend und die dominante Mutter (Annekathrin Bürger) weiß noch immer alles besser als ihr 58-jähriges Töchterchen. Die Haupt-Protagonistin (Ulrike Krumbiegel) ist mental gerade ganz unten. Und im Hinterkopf, ganz tief drinnen, hat sie noch einen Kindheitstraum: Eislaufen, Eiskunstlauf.

Sie überwindet sich und sucht eine Eislauf-Trainingsmöglichkeit. Und findet diese ausgerechnet im Sportforum in Ostberlin. Damals (in der Kindheit und Jugend von Christine Errath) und heute ein Stützpunkt für Leistungssport. Doch Hobbysport ist auch möglich. Und die Träumerin fängt an, ganz unten. Erste Versuche, Schmerzen (Stürze!), Spott und Häme von den neuen Sportfreunden , vor allem von den Sportfreundinnen. Aber sie bleibt dran, versucht es, übt immer wieder, und wird langsam immer besser, wird Eisläuferin, schließlich sogar (Hobby-)Eiskunstläuferin. Nimmt schließlich an einem Schaulaufen teil, erhält dort tosenden Applaus. Selbst die Mutter ringt sich einige leichte Beifallsbekundungen ab. Der Traum der Träumerin und Kämpferin ist wahr geworden.

Die schauspielerischen Leistungen von Ulrike Krumbiegel und Anne Kathrin Bürger sind einfach großartig, ebenso Drehbuch und Regie von Alexandra Sell. Wer sich ein wenig gruseln will und am Ende das Kino doch positiv gestimmt verlassen will, sollte in den Film „Die Anfängerin“ gehen. Die Botschaft kommt an, wenn auch nach Irrungen, Wirrungen und Schrecknissen. Danke an das Filmteam für die gezeigten Leistungen. Viel Glück!

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