Lebensqualität in Wildau

Die besonderen Möglichkeiten unserer Stadt und was ist noch zu tun?

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen in Wildau in den 90er Jahren ist klar, dass sichere Arbeitsplätze, verbunden mit einer ordentlichen Bezahlung, die entscheidende ökonomische Grundlage für eine hohe Lebensqualität in Wildau sind. Dazu gehören als Basis für die Arbeitsplätze und die Vergütung starke und stabile Unternehmen, die sich in unserer Markt- und Wettbewerbsgesellschaft behaupten können. Sowohl unmittelbar für die Lebensqualität, aber auch für die wirtschaftliche Stärke Wildaus ist eine funktionierende technische Infrastruktur sehr wichtig. D.h. gute ausgebaute Straßen und Gehwege, Trinkwasserversorgung, Abwasser-entsorgung, Regenwasserableitung. Und weitere Medien in guter Qualität, u.a. für die Digitalisierung. Genauso wichtig ist eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur, also Kita-Kapazitäten, Grundschule, Oberschule, auch Sportkapazitäten und sonstige Freizeitanlagen. Dieser Teil der Infrastruktur hat in einem doppelten Sinn große soziale Bedeutung, und zwar für die Bewältigung des täglichen Lebens, aber auch für die soziale Bindung, für die Kommunikation der Menschen/Bürger miteinander. Auch ein ausreichendes Wohnungsangebot ist wichtig. Eine gute Qualität der Wohnungen, differenziert nach Größen und möglichst mit vertret-baren/bezahlbaren Mietkosten. Die Wohnungs-Altbestände in Wildau sind hinsichtlich der Mieten relativ okay. Für Wohnungen in Neubauten ist das eben genannte „ordentliche Einkommen“ unabdingbar.

Von einer besonderen, oft aber unterschätzten Bedeutung für die Lebensqualität im Ort ist die Atmosphäre des Umgangs der Menschen/Bürger untereinander. Also ein solidarisches Miteinander ist wünschenswert, soweit das in der rauen Markt- und Wettbewerbsgesellschaft möglich ist. Die objektiven Bedingungen unserer Gesellschaft tendieren ja leider zum Kampf „Jeder gegen Jeden“. Der aufgeklärte Mensch kann dem aber bewusst Menschlichkeit, Freundschaft, Solidarität, auch Sportsgeist entgegen setzen. Die neuen Medien verführen heutzutage leider eher zum Gegenteil – eine große Gefahr für unsere Zukunft, in Wildau, aber auch deutschlandweit, ja sogar weltweit. Der Mensch/Bürger ist aber dennoch sein „eigener Herr“ und kann hier kulturellen Fehlentwicklungen begegnen, unter anderem durch die direkte Kommunikation, analog, „Face to Face“. Wir müssen unsere zwischenmenschliche Kultur gemeinsam pflegen. Da ist auch die Kommune gefragt. Lieber eine Einwohner-/Anwohnerversammlung mehr, als eine zu wenig. Zu unserer Lebensqualität gehört natürlich auch, gemeinsam zu feiern. Da haben wir in Wildau schon einiges Gutes erreicht: Unser Stadtfest, das Oktoberfest an der TH, unser Weihnachtsfeuer, die Walpurgisnacht (ohne Alkoholexesse! natürlich), das Seniorenfest unseres Familientreffs „Kleeblatt“, Stadtteil- bzw. Mieterfeste unserer WiWO sowie unsere Vernissagen für die Kunstausstellungen im Volkshaus. Bei diesen Feierlichkeiten kann man sehr gut miteinander ins Gespräch kommen und sich auch näher kommen, das ist wichtig.

Von großer Bedeutung in Wildau sind des Weiteren Ordnung und Sicherheit. Hier hat Wildau im landesweiten Vergleich mit der Citystreife etwas Besonderes geschaffen mit entsprechend positiven Auswirkungen. Die Stadt hat gemeinsam mit ortsansässigen Unternehmen die nächtliche Sicherheitsstreife auf den Weg gebracht und damit eine deutliche Verbesserung in Bezug auf Ordnung und Sicherheit erreicht. Auch Ordnung und Sauberkeit in der Stadt ist ein wichtiges Themenfeld. Hier müssen in den nächsten Jahren weitere Verbesserungen erreicht werden. Notwendig dafür ist ein enges Zusammenwirken von Bürgern und Stadt. Man denke etwa an die Pflege der Straßenbankette. Und wir können in diesem Bereich noch stärker als bisher auf das Potenzial der ABS zurückgreifen. Ein konkreter „Knackpunkt“ in Bezug auf die Sauberkeit ist auch die Schaffung einer Kompostieranlage in Wildau. Gegenwärtig ist die Stadt gemeinsam mit der AHV, der ABS und einem privaten Investor im Gespräch, um zu einer baurechtlich und fachlich guten und finanziell machbaren Lösung zu kommen.

Für die Lebensqualität in Wildau von besonderer Bedeutung ist unser Gesundheitszentrum. Ich habe das gerade am eigenen Leibe erfahren dürfen/müssen. Wir wollen ja alle möglichst gesund bleiben bzw. werden. Da ist das Gesundheitszentrum mit einer Vielzahl hochqualifizierter Mediziner eine wichtige Hilfe für uns. Eine wichtige Hilfe vor allem für die höheren Altersjahrgänge ist auch unser Seniorenheim. Hier ist die Stadt neben der Arbeiterwohlfahrt Miteigentümer. Die eigentumsseitige Kombination von Wohlfahrtsverband und Kommune hat sich hier bewährt. Die Qualität unseres Seniorenheimes ist überregional bekannt.

Und seit einigen Jahren gibt es in Wildau noch etwas Besonderes in Bezug auf die Lebensqualität, die „Villa am See“, unser Klubhaus mit Hafen. Und wir haben viele Grün-Oasen für die Naherholung, z.B. die Dahmewiesen, die Lauseberge und den Kurpark. Hier sollen schrittweise weitere Verbesserungen erreicht werden im Interesse der ökologischen Qualität von Flora und Fauna in Wildau und im Interesse ihrer Nutzung für die Naherholung.

Natürlich ist Wildau keine „heile Welt“. Aber wenn ich an Wildau denke, fällt mir immer wieder Johann Wolfgang von Goethe ein: „Ich höre schon des Dorfs (der Stadt – U.M.) Getümmel. Hier ist des Volkes wahrer Himmel. Zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein!“

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